
Dieter Bohn
Ad Astra / Zu den Sternen
Am 19. Mai 1963 wurde ich in dem Ort Trier auf einem langweiligen blauen Planeten in dem völlig aus
der Mode gekommenen westlichen Spiralarm der Galaxis geboren.
1968 hatte ich dann ein einschneidendes und mein prägendstes Erlebnis:
Majestätisch erhob sich in der ARD das Raumschiff ORION aus Strudel der Unterwasserbasis 104.
Von da an war ich vom Virus infiziert und bald (1970) fesselten "Zack" und "Perry im Bild" den kleinen Dieter.
Aus Versehen kauft ich 1973 anstatt "Perry im Bild" (eine heute ziemlich hoch gehandelte Comic-Adaption
von dem Phänomen, welches sich in nicht ferner Zukunft als die größte Sf-Serie der Welt etablieren sollte)
meinen ersten Perry Rhodan-Roman.
Abgesehen davon, dass dort keine Bilder drin waren - ich habe kein Wort verstanden.
Irgendwann um 1975 bin ich aber doch wieder dabei gelandet. Vermutlich, weil ein Romanheft einen
längeren Ausflug aus der Realität gestatteten als ein Comic - und die Bilder im Kopf grenzenlos sind.
Der Virus breitete sich aus und nach Hauptschulabschluss, mittlere Reife, Abitur und Bundesweh
hatte ich die Serie endlich komplett (schließlich galt es 700 Roman seit dem Serienstart 1961 aufzuholen).
1984 habe ich, den Kopf voller Flausen und Idealen (in dieser Reihenfolge)
an der RWTH Aachen das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik begonnen.
Aber während des Studiums lernte ich in dem Fach "Maschinenelemente" das perspektivische Zeichnen.
Und siehe da, das was wir zeichneten, sah so aus wie eine Risszeichnung in Perry Rhodan.
Ich habe mich daraufhin mal an einer ebensolchen Risszeichnung (RZ) versucht, in dem ich die
Wohnzimmerlampe meiner Eltern in eine Art Raumstation verwandelte.
Ich sandte sie 1985 an den Verlag und man hat sie prompt genommen.
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Dadurch kam ich dann mit dem so genanntem "Fandom" in Kontakt und hier besonders mit anderen
Zeichnern der Szene. Es folgten eine Menge Aktivitäten im Fandom-Bereich mit Illustrationen,
Comics und RZ. Darunter auch mal eine 3. Platz in einem Story-Wettbewerb.
Nach dem Kaff mit 700 Einwohnern, 10 km von Trier entfernt, in dem ich meine Jugend verbrachte,
kam ich mir in Aachen erst mal vor wie im Paradies. Natürlich habe ich zu Anfang den studentischen
Ablenkungen übermäßig zugesprochen - und natürlich hat das Studium darunter gelitten.
Aber irgendwann wurde auch ich wieder solide, lernte meine Frau Elfi kennen und wir heirateten.
Gegen Ende des Studiums wurde unser erster Sohn geboren.
Während der Diplomarbeit war ich also tagsüber Hausmann und abends, wenn meine Frau
von der Arbeit kam, bin ich an mein Institut und habe (diplom-)gearbeitet.
Nach dem Ende meines Studiums (1994) brachte mich die Akademikerschwemme der 90er Jahre,
der nachlassende Markt der Luftfahrtindustrie nach dem Ende des Kalten Krieges und die
Notwendigkeit eine Familie zu unterhalten, beruflich in eine andere Richtung als geplant.
Nach 143 Bewerbungen bekam ich schließlich nur deshalb eine Stelle, weil der Firmenchef selbst
mal PR-Leser war und von meinen kreativen Ergüssen beeindruckt war.
Fortan schrieb ich also Technische Dokumentationen (Bedienungsanleitungen) für einen Dienstleister.
Dort wurde ich von einer Firmengruppe angeworben, für die ich in den
Jahren 1996 bis 2000 eine eigenständige Dokumentationsabteilung aufbaute.
Der Aufgabenbereich dort weitete sich immer mehr aus, bis neben der eigentlichen Erstellung
von Betriebsanleitungen, auch der ganze Bereich der Illustration, Bildmanipulation,
Werbung und Prospekterstellung in meinen Händen lag.
Gerade die Bildmanipulation erwies sich für mich als wundersame Spielwiese. Und so entstanden
zwischen Produktphotos von Nahrungsmittelmaschinen als "Abfallprodukt" und "Übung"
schon mal das ein oder andere Bild, wie es die Wirklichkeit nicht gesehen hat.
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Seit dem 1.3.2002 arbeite ich jetzt bei einem großen Autozulieferer (Pierburg) im Bereich
der Technischen Dokumentation.
Durch eine Frau, 2 Kinder und Hausbauen war zwar ziemliches Kurztreten im Schaffensbereich angesagt,
aber seit Beginn des Studiums ist doch eine ganz ansehnliche Liste zusammen gekommen.
Nach der Trennung bin ich 2003 wieder "durchgestartet".
Ergebnis: Einige Platzierungen bei Schreibwettbewerben.
2007 erschien mein erstes Buch, eine Storysammlung, im Verlag "Romantruhe".

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